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- Unverbindliche Beratung und Einzeltraining bei Analphabetismus -

Analphabetismus

- In Deutschland gibt es ca. 7,5 Millionen funktionelle Analphabeten. - Analphabetismus hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun.

Analphabetismus: Erwachsene mit Problemen beim Lesen und Schreiben lernen. Rechtschreibprobleme, Sprachkurs Deutsch im Saarland, Raum Saarbrücken, Saarlouis: Sprachkurs, Deutschkurs. Intelligenz? Analphabetismus

Laut der von der Bundesregierung im Jahr 2011 in Auftrag gegebenen LEO-Studie haben 7,5 Millionen Deutsche im erwerbsfähigen Alter Probleme beim Lesen und Schreiben (allein hier im Saarland wird die Zahl der Betroffenen auf 90.000 geschätzt).

 

Zu Beginn sei eine der häufigsten Fragen zum Thema Analphabetismus beantwortet: Nein, mit mangelnder Intelligenz hat Analphabetismus nichts zu tun! Zwar kann auch eine Intelligenzminderung Analphabetismus verursachen, im Regelfall verfügen Analphabeten jedoch über ein der Durchschnittsbevölkerung entsprechendes Intelligenzniveau.

 

Da sich diese Seite überwiegend mit dem Begriff der Lese- Rechtschreibschreibschwäche/-störung befasst, hier einige kurze Ausführungen des Autors zum Thema Legasthenie und Analphabetismus:


Ein Zusammenhang zwischen Legasthenie und Analphabetismus wurde bisher erstaunlicherweise kaum erforscht. Eine der wenigen Veröffentlichungen darüber stammt von Michael Grosche, der in seiner Studie eine Verknüpfung feststellt. Aufgrund der Tatsache, dass ca. 4-6% aller Schulkinder unter einer Lese-Rechtschreibstörung nach ICD-10 F81.0 (Legasthenie) leiden und sich diese Störung nicht "auswächst", kann man aber davon ausgehen, dass  Teile der von Analphabetismus betroffenen Erwachsenen Legastheniker sind und also z.B. unter einer auditiven Wahrnehmungsstörung oder einer Störung des simultanen Sehens, des ganzheitlichen Erkennens von Buchstabenverbindungen oder anderen Lesestörungen leiden. Warum die Lese-Rechtschreibstörung laut ICD-10 jedoch nur "bis in die Adoleszenz persistieren" und nach dem endgültigen Übergang in das  Erwachsenenalter nicht mehr bestehen soll, bleibt unklar, davon abgesehen, dass die Lese-Rechtschreibstörung unter "F80-F89: Entwicklungsstörungen" gelistet ist.

 

Üblicherweise wird Analphabetismus jedoch in folgende drei Felder aufgegliedert:

 

1. Primärer Analphabetismus

Dieser liegt dann vor, wenn der Betroffene keine Lese- und Schreibkenntnisse erworben hat. Davon betroffen sind vor allem Menschen in Ländern mit einem schlecht ausgebauten Schulsystem. Diese Analphabeten hatten kaum oder keine Gelegenheit zu einem (regelmäßigen) Schulbesuch.


2. Sekundäre Analphabeten haben im Unterschied dazu in ihrer Schulzeit mehr oder weniger erfolgreich Lese- und Rechtschreibkenntnisse erworben, diese jedoch im Laufe ihres Lebens wieder vergessen. Sie haben, aus welchen Gründen auch immer, Gelegenheiten zum Lesen und Schreiben nicht wahrgenommen oder auch aktiv vermieden. Dieser Prozess des Vergessens setzt oft bereits direkt nach dem Schulabschluss ein.

 

Die Mehrzahl der in Deutschland Betroffenen sind jedoch

3. funktionale Analphabeten.

 

Diese Menschen können aufgrund der Schulpflicht einzelne Buchstaben oder sogar Worte wie ihren Namen lesen und schreiben. Ihre Kenntnisse reichen jedoch nicht aus, um zum Beispiel einen Elternbrief aus der Schule oder Warnhinweise am Arbeitsplatz zu lesen. Sie schaffen es zum Beispiel nur unter erheblichen Schwierigkeiten oder gar nicht, Bedienungsanleitungen, Straßenschilder, Fahrpläne oder Beipackzettel von Medikamenten zu lesen.

 

Mit mangelnder Intelligenz hat Analphabetismus - wie bereits erwähnt - in den allerwenigsten Fällen zu tun. Die Ursache ist meist das Zusammenkommen mehrerer Faktoren: Zum Beispiel spielen neben individuellen Besonderheiten auch das Elternhaus und die Familiensituation eine wichtige Rolle. Erfahrungsberichte von Analphabeten zeigen, dass oft auch ihre Eltern nicht gut lesen und schreiben konnten. Viele erzählen, dass in ihrer Familie kein Wert auf Bücher und Geschichten gelegt wurde. Natürlich erlebten diese Menschen auch in der Schule überwiegend negative Erfahrungen, da die Lehrer aus Unkenntnis oder auf Grund einer zu hohen Schülerzahl nicht auf die Probleme des Einzelnen eingehen wollten oder konnten.

 

Als Erwachsene haben Analphabeten dann verständlicherweise Angst davor, für faul oder zu dumm gehalten zu werden. Sie befürchten, dass sich die negativen Erfahrungen aus der Schulzeit wiederholen könnten. Diese Angst verstärkt sich im Laufe ihres Lebens immer mehr, sie haben Angst zu versagen und „nicht einfach Lesen und Schreiben lernen“ zu können, sie nehmen vieles dafür in Kauf, nicht als Analphabeten aufzufallen. Der schwierigste Schritt beim Lernen von Lesen und Schreiben ist es deshalb, diese Angst zu überwinden.

 

Die LERNPRAXIS bietet daher für Menschen, die an ihrer Lebenssituation etwas ändern wollen, als ersten Schritt eine ausführliche Beratung, die auf die genannten Problemfelder eingeht. Ein individuell angepasstes Einzeltraining hilft beim Erwerb von Lese- und Rechtschreibstrategien auch im Erwachsenenalter. Auch einige Volkshochschulen bieten spezielle Kurse für Analphabeten an.



Hilfe für Erwachsene bei Legasthenie/LRS/Analphabetismus - Deutschkurs/Sprachkurs Deutsch auch für Ausländer/Migranten im Saarland, Raum Saarbrücken. Zusammenhang: Analphabetismus und Intelligenz? Erwachsene: Analphabetismus - Legasthenie