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Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Depressionen bei Hilfe bei LRS, Legasthenie und Analphabetismus durch die Lernpraxis Thomas Wilhelm in Püttlingen, Saarland. Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Depressionen gehören inzwischen mit zu den am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen. So haben etwa 20% aller Deutschen schon mindestens einmal unter einer Depression gelitten, die Anzahl der Depressions-Diagnosen ist ständig steigend. Etwa die Hälfte der Erkrankungen wird zudem nicht erkannt und dementsprechend nicht behandelt. Auch Kinder und Jugendliche leiden unter dieser psychischen Krankheit, mit ebenfalls in den vergangenen Jahren steigenden Zahlen.

 

Eine fachgerechte Diagnose im Kinder- und Jugendalter ist allerdings schwierig. Die Symptome bei Kindern und Jugendlichen sind nicht eindeutig, sie weichen nicht selten von dem Krankheitsbild bei Erwachsenen ab. Zudem wird die Diagnose dadurch erschwert, dass vor allem Kinder ihren psychischen Zustand nicht immer beschreiben können. Insbesondere bei Kindern jedoch ist eine depressive Erkrankung oft langwierig und die Rückfallquote hoch.

 

Die Ursachen einer Depression können beim Kind – wie beim Erwachsenen auch – auf unterschiedliche Arten erklärt werden, die auch in den verschiedensten Kombinationen allesamt ursächlich für die psychische Störung sein können:

 

  • Durch Studien konnte belegt werden, dass die Anfälligkeit (Vulnerabilität) für depressive Störungen vererbt werden kann. Haben Kinder ein depressives Elternteil, liegt die Wahrscheinlichkeit der Ausprägung einer Depression bei 15%, sind beide Elternteile von einer Depression betroffen, steigt die Anfälligkeit beim Kind auf immerhin 50%. Es bleibt allerdings umstritten, wie groß die Rolle der Vererbung tatsächlich für den Ausbruch einer Depression bei Kindern ist.
  • Ein wichtiger Faktor zum Entstehen einer depressiven Störung ist – wie bei Erwachsenen auch – nach neurobiologischen Untersuchungen chronischer Stress. Deshalb wird von Ärzten und Psychologen kritisiert, dass Kinder sich zu wenig bewegen, zu wenig schlafen und zu häufig, ob in Schule oder Elternhaus, stressbehafteten Situationen ausgesetzt sind, alles Faktoren, die die Entstehung einer Depression begünstigen. Zu Stress können bei Kindern auch Probleme beim Schriftspracherwerb wie etwa Legasthenie oder eine Lese-Rechtschreibschwäche führen.
  • Ein psychologischer Ansatz für das Entstehen von Depressionen ist die sogenannte „erlernte Hilflosigkeit“, mit der depressive Kinder auf unerwünschte und nicht erwartete Ereignisse reagieren. Kinder sollten also altersgerecht schon früh an Situationen herangeführt werden, die für sie unbefriedigende Ergebnisse beinhalten. Dadurch lernen die Kinder eine gewisse Frustrationstoleranz, das Aushalten von und das Umgehen mit Misserfolgen sowie die Fähigkeit, diese „wegstecken“ zu können. Dabei muss die Sichtweise der Realität durch das Kind ebenso beachtet werden wie das Verhalten der Eltern, die dem Kind das entsprechende Fehlverhalten anerzogen haben können.
  • Die häufigsten Ursachen zum Ausbruch einer depressiven Störung sind allerdings psychosozialer Natur. So können Kinder und Jugendliche z.B. durch eine Trennung der Eltern, durch den Tod eines nahestehenden Menschen oder durch Ausgrenzung bei Gleichaltrigen in Depressionen „abrutschen“. 

 

Die Ursachen einer Depression sind damit mit denen bei Erwachsenen vergleichbar. Die Symptome – das Krankheitsbild – unterscheiden sich allerdings erheblich. Bei Erwachsenen zeigt sich eine Niedergeschlagenheit und traurige Verstimmtheit, bei Kindern herrscht erhöhte Aggression und eine unangemessene Ängstlichkeit vor. Eltern und Kinderärzte tun diese Anzeichen jedoch häufig als Entwicklungsphase oder durch die Schüchternheit des Kindes verursacht ab. Folgende Symptome sollten allerdings in jedem Fall aufmerken lassen:

 

  • Bei Kleinkindern äußert sich eine depressive Störung oft in Ängstlichkeit, Traurigkeit und Schüchternheit. Dabei ist eine übermäßige Gereiztheit auffällig, auch Lustlosigkeit und problematisches Schlafverhalten treten häufig auf. Seine Niedergeschlagenheit zeigt das Kind, das ja seine Probleme noch nicht formulieren kann, auf diese Weise.
  • Im Alter zwischen drei und sechs Jahren zeigt das Vorschulkind depressive Symptomatiken in einer ähnlichen, jedoch bereits fortgeschrittenen Art und Weise. Traurigkeit und Müdigkeit treten oft zusammen mit Aggressivität oder starker Schüchternheit auf. Öfters werden betroffene Kinder in diesem Alter auch von Albträumen geplagt, sie haben wenig Freude beim Spielen mit gleichaltrigen Kindern. Zudem kann ein starkes Über- oder Untergewicht - auch bedingt durch mangelnde Bewegung – kennzeichnend für eine kindliche Depression sein.
  • Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren können ihre Probleme schon eher formulieren, daher wird die Störung leichter ersichtlich. Traurigkeit oder Schuldgefühle, Hilfs- und Hoffnungslosigkeit können verbal thematisiert werden. Ein häufiges Sprechen über den Tod, vor allem über Suizid, muss für die Eltern und andere Bezugspersonen ein klares Alarmsignal für eine psychische Störung sein. In der Schule sind die Noten eher oft unterdurchschnittlich.
  • Ab der Pubertät (ca. 12 Jahre) treten Symptome einer Depression verstärkt hervor. Kennzeichnend sind Antriebslosigkeit und mangelndes Selbstvertrauen, das sich auch in starker Schüchternheit äußert. Schlechte Leistungen in der Schule entstehen oftmals aus (durch die Depression verursachten) Konzentrationsstörungen. Kennzeichnend sind in diesem Alter auch Schlaf- und Essstörungen, Suizidgedanken äußern sich auch in einer Vorstufe als selbstverletzendes Verhalten.

 

Wichtig: Dieser Überblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder Fall ist individuell unterschiedlich, daher können Ursachen und vor allem Symptome von Betroffenem zu Betroffenem variieren. Wie bei Erwachsenen sind Depressionen jedoch auch bei Kindern und Jugendlichen ein sehr ernstzunehmendes Krankheitsbild (Suizidgefahr!), das bei Auffälligkeiten einen Gang zum Kinderarzt – oder noch besser zum Kinder- und Jugendpsychiater – unbedingt erforderlich macht.



Die Informationen dieser Seite oder der Besuch in der Lernpraxis ersetzen nicht den Gang zum Arzt.



Wichtig: Depressionen gehören auch bei Kindern und Jugendlichen zu den gefährlichen Krankheiten (Suizidgefahr!). Suchen Sie bei Anzeichen einen Kinderarzt oder Kinder- und Jugendpsychiater auf! Depressionen bei Kindern und Jugendlichen