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Kanner- oder frühkindlicher Autismus

Kanner-Autismus, frühkindlicher Autismus: Informationen zu Ursachen, Symptomen, Verlauf und Therapie Kanner-Autismus

Der Kanner-Autismus (auch Kanner-Syndrom, frühkindliche Psychose oder frühkindlicher Autismus) tritt im Gegensatz zum Asperger-Syndrom bereits vor dem 3. Lebensjahr auf. Hauptmerkmale sind wie bei den anderen Autismus-Formen auch eine gestörte soziale Interaktion, eine beeinträchtigte Kommunikation/ Sprache und sich wiederholende eingeschränkte und stereotype Rituale.

 

Jungen sind vom Kanner-Autismus viermal häufiger betroffen als Mädchen, die Häufigkeit der Störung liegt insgesamt bei 0,03 %.

 

Ursachen

 

Die Ursachen dieser Störung sind noch nicht geklärt, in bildgebenden Verfahren (z.B. MRT oder CT) sind jedoch Unterschiede in den Gehirnen von Kindern mit und ohne frühkindlichem Autismus zu finden. Die früher vertretene These, dass ein falsches Verhalten der Mutter auslösend sei, ist inzwischen wiederlegt. Heute geht man davon aus, dass eine Veranlagung zum Autismus genetisch bedingt ist, dass aber auch schädigende Ereignisse vor, während oder nach der Geburt die Entwicklung des zentralen Nervensystems negativ beeinflussen können.

 

Symptome

 

Soziale Beeinträchtigungen: Die betroffenen Kinder zeigen einen mangelnden Kontakt zu Gleichaltrigen, insgesamt nur wenig Interesse an anderen Kindern und nehmen selten Blickkontakt auf; das Schließen von Freundschaften ist meist nicht möglich. Weiterhin haben die Kinder kaum den Wunsch nach emotionaler Zuwendung und sind un- oder nur eingeschränkt fähig, Freude, Mitleid, Traurigkeit oder andere Gefühle mitzuteilen.

 

Kommunikationsprobleme: Die Betroffenen zeigen wenig Reaktion auf soziale Signale und haben eine stark eingeschränkte nonverbale Reaktion mit einem Mangel an Mimik und Gestik, ein spontanes oder fantasievolles Spielen ist meist nicht möglich. Etwa 50 % der Kinder entwickeln keine Sprache oder sprechen – zumindest für Fremde – unverständlich.

 

Begrenzte oder sich stereotyp wiederholende Aktivitäten: Meist sind wiederkehrende, ungewöhnliche Bewegungsmuster wie Schaukeln oder Hüpfen (Manierismen) zu sehen, häufig ist auch das Befühlen, Schmecken oder Riechen von Gegenständen zu finden.

 

Frühkindliche Autisten zeigen weiterhin häufig ein selbstverletzendes oder aggressives Verhalten, eine starke Erregung bei der Störung gewohnter Abläufe im Alltag oder nicht nachvollziehbare Befürchtungen und Ängste. Auch von Schlafstörungen sind viele betroffen.

 

Da sich hinter diesen Auffälligkeiten auch andere Erkrankungen oder extreme Varianten der normalen kindlichen Entwicklung verbergen können, ist es kaum möglich, vor dem 18. Lebensmonat eine sichere Autismus-Diagnose zu stellen. Wenn das Kind um seinen ersten Geburtstag herum jedoch noch nicht „brabbelt“ und gestikuliert, weder ein Lächeln noch Neugier auf seine Umwelt zeigt, nicht auf seinen Namen reagiert und sich nicht für menschliche Stimmen interessiert (sondern eher für andere Geräusche), keine einfachen kindlichen Spiele erlernen will oder kann, nicht winkt oder Bezugspersonen die Arme entgegenstreckt, sollte das Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung in jedem Fall abgeklärt werden.

 

Verlauf

 

Obwohl frühzeitig einsetzende Therapien zu erheblichen Verbesserungen führen können, besteht die Störung im Regelfall ein ganzes Leben lang. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen von einer fast vollständigen Heilung berichtet wurde. Am ungünstigsten fällt die Diagnose bei einer ebenfalls vorliegenden starken Intelligenzminderung aus; in diesen Fällen müssen die Betroffenen oft lebenslang intensiv betreut werden.

 

Therapie

 

Da die Entstehung und Ursachen des frühkindlichen Autismus nicht bekannt sind, ist eine ursächliche Therapie des Autismus bisher leider nicht möglich. Trainiert werden können aber die Fähigkeit zur Kontaktaufnahme und eine möglichst weitgehende Bewältigung des Alltags. Dazu eingesetzte Trainings, die sowohl die kognitive als auch sprachliche Entwicklung äußerst positiv beeinflussen können, sind z.B. die Sprach- und Lernförderung, die Förderung gezielter Aktivitäten mit Gleichaltrigen und ein Training des sozialen Verhaltens. Eine Beratung und Unterstützung der Familie in ihrer Alltagsbewältigung entlastet das familiäre Umfeld.

 

Eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung des Autismus ist bisher nicht möglich. Um gleichzeitig bestehende andere Störungen wie ADS, Hyperaktivität oder Epilepsien zu behandeln, können aber die entsprechenden Mittel eingesetzt werden.

 

Hinweis: Die Informationen dieser Seiten oder ein Besuch in der Lernpraxis ersetzen nicht den Gang zum Heilpraktiker oder Arzt.