Legasthenie

Was ist Legasthenie? Und warum Nachhilfe meistens nicht hilft.

Nähe Saarlouis, Dillingen: Deutsch-Nachhilfe im Lesen und Schreiben (Rechtschreibung) bei Legasthenie/LRS. Hilfe beim Lesen- und Schreibenlernen, ob Grundschule oder Gymnasium im Saarland, Raum SLS. Legasthenie

Der Begriff Legasthenie stammt aus dem Griechischen. Auf Deutsch übersetzt heißt er sinngemäß soviel wie "Leseschwäche". Gemeint ist dabei allerdings nicht nur eine Störung im Lese-, sondern auch im Rechtschreibbereich. Legasthene Menschen haben Probleme bei der Umsetzung von geschriebener Sprache in gesprochene und/oder umgekehrt. Ein anderer Begriff dafür ist Lese-Rechtschreibstörung. Etwa 4-5% aller Kinder sind von einer Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) betroffen. Durch eine gezielte Lerntherapie kann den Betroffenen häufig geholfen werden; eine Nachhilfe in Deutsch ist jedoch oft nicht hilfreich, da sie üblicherweise nicht an den grundlegenden Problemen des Schülers ansetzt, sondern hauptsächlich der Auffüllung von Wissenslücken im aktuellen Lernstoff des Schulfachs Deutsch dient.

 

Die Probleme in Lesen und Schreiben sind bei einer Legasthenie lang anhaltend und massiv, so dass diese medizinisch gesehen unter den Bereich der Teilleistungsschwächen fällt. Dies unterscheidet sie von einer Lese-Rechtschreibschwäche (LRS).

 

Als Ursachen gelten eine erbliche Veranlagung sowie Schwächen in den Hör- und/oder Sehzentren des Gehirns. Eine Hör- oder Sehschwäche im eigentlichen Sinne sollte natürlich ausgeschlossen und eventuell behoben werden. Das Problem von Legasthenikern liegt jedoch im wahrsten Sinne des Wortes tiefer - in der Verarbeitung der sprachlichen Wahrnehmung im Gehirn. Oft ist auch die phonologische Bewusstheit betroffen, d.h. das Wissen um die lautliche Struktur der Sprache (Silbenklatschen, Reime etc.), sowie die Fähigkeit des Kindes, sich ausreichen auf eine Person oder einen (Lern-) Gegenstand konzentrieren zu können.

 

Laut medizinischer Definition soll bei einer Legasthenie-Diagnose eine Minderbegabung ausgeschlossen sein. Das bedeutet, dass Kinder, deren Intelligenzquotient unter 70 liegt (85 bis 115 gelten als "normal"), offiziell gar nicht als legasthen eingeordnet werden. Ob man diese Lesart teilen mag, sei jedem selbst überlassen. Wie auch immer: Dies ist der Grund für einen IQ-Test in der medizinischen Diagnose einer Legasthenie. 

 

Das internationale Kranheitsklassifikationsschema der WHO (ICD-10) zum Thema Lese-Rechtschreibstörung (F81.0): "Das Hauptmerkmal ist eine umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wieder zu erkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche Lesefähigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei umschriebenen Lesestörungen sind Rechtschreibstörungen häufig und persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn einige Fortschritte im Lesen gemacht werden. Umschriebenen Entwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache voraus. Während der Schulzeit sind begleitende Störungen im emotionalen und Verhaltensbereich häufig." (Quelle: www.icd-code.de)

 

Anmerkung des Autors: Es stellt sich dabei allerdings die Frage, ob die Lese- und Rechtschreibstörungen über die Adoleszenz hinaus nicht auch bis ins Erwachsenenalter andauern können (siehe Analphabetismus).

 

Häufig sind legasthene Menschen in anderen als sprachlichen Bereichen (z.B. Sachkunde, Technik oder Mathematik) überdurchschnittlich begabt. Jedoch leiden in der Schule auch diese Bereiche oder Fächer, da etwa das Verständnis von Textaufgaben länger dauert und daher schlechter gelingt. Immer wieder wird ein Zusammenhang zwischen Legasthenie und Hochbegabung diskutiert, dieser ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

 

Ausgeschlossen sein müssen jedoch eine schlechte Beschulung oder die Tatsache, dass das Kind psychische Probleme (Trennung der Eltern, Schulangst etc.) hat, die seine Lese-Rechtschreibleistung beeinflussen.

 

Typische Rechtschreibfehler legasthener Menschen gibt es eigentlich nicht. Sie machen die gleichen Fehler wie andere - nur mehr. Klassisch zu nennen sind trotzdem die folgenden Formen:

  • geringe Geschwindigkeit beim Lesen
  • Verdrehen, Hinzufügen oder Auslassen von Wortteilen, Buchstaben oder ganzen Wörtern
  • Ersetzen von Wörtern, Silben und Buchstaben
  • Startschwierigkeiten beim Vorlesen, häufiges Verlieren der Zeile im Text oder Zögern im Vorlesetext
  • das Vertauschen von Buchstaben in den Wörtern oder Wörtern im Satz
  • Doppellaute werden nicht erkannt

Auch das Leseverständnis kann betroffen sein (Wiedergabe der Textinformation oder Schlussfolgerungen daraus).

 

Ein Lese-und Rechtschreibtraining bei Legasthenie ist im Rahmen einer Übungsbehandlung möglich. Je eher eine solche Förderung einsetzt, umso höher sind die Chancen einer Besserung in der Symptomatik, d.h. im Lesen und Schreiben. Eine Legasthenie lässt sich jedoch nicht komplett "wegtherapieren": Ein legasthener Mensch wird sein ganzes Leben über mehr Probleme mit der Schriftsprache haben als Nichtbetroffene.

 

Der Nutzen eines Trainings liegt jedoch auch in einer oft auftretenden Steigerung des Selbstwertgefühls, vor allem, wenn regelhaftes Lesen und Schreiben erlernt wird und sich - wenn auch zunächst nur kleine - Erfolge zeigen. Damit kann eine Übungsbehandlung den sogenannten Sekundärsymptomatiken vorbeugen (Schulangst, Einnässen, Depressionen etc.). Sollten diese Sekundärproblematiken bereits bestehen, muss der entsprechende medizinische Heilberuf (z.B. ein Kinderpsychologe oder ein Kinder- und Jugendpsychiater) hinzugezogen werden.

 

Mehr zu den Unterschieden zwischen Nachhilfe und Lerntherapie

Die Informationen dieser Seite oder der Besuch in der Lernpraxis ersetzen nicht den Gang zum Arzt.

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