Diplomierter Legasthenietrainer (EÖDL)

Die Ausbildung und die Arbeitsbereiche des Legasthenietrainers

Das Studium zum Diplomierten (oder auch zertifizierten) Legasthenietrainer (EÖDL)® ist in Deutschland staatlich geprüft, anerkannt und bei der bei der ZFU (Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht) unter der Nr. 662901 registriert. Die Ausbildung besteht aus einem Theorie- und Praxisteil; sie erfolgt nach den Richtlinien des Dachverbandes Legasthenie Deutschland e.V. (DVLD) und der European Dyslexia Association (EDA).

 

Weitere von mir durchlaufene Ausbildungen:

 

- Klientenzentrierte Gesprächsführung

- Lösungsorientierte Kurzzeitberatung

- ADHS - Elternberatung

- Lerntheoretische Verfahren

- Autogenes Training

- Gestaltarbeit

Jede Legasthenie (Lese-Rechtschreibstörung) oder LRS (Lese-Rechtschreibschwäche) ist in ihren Ursachen individuell unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig, den Betroffenen auch individuelle Hilfen zu geben, wenn sich ein Problem in diesen Bereichen abzeichnet. Für den schulischen und später für den beruflichen Werdegang, aber auch für die soziale und emotionale Entwicklung der Betroffenen ist eine qualifizierte und frühzeitige Förderung von großer Bedeutung.


Speziell ausgebildete und durch ständige Fortbildung stets auf dem Stand der Wissenschaft gehaltene zertifizierte Legasthenietrainer des Ersten Österreichischen Dachverbandes Legasthenie (EÖDL) helfen den betroffenen Menschen - Kindern wie Erwachsenen. Zertifizierte Legasthenietrainer verfügen durch ihre Ausbildung über Kenntnisse der Sprachentwicklung, der motorischen Entwicklung, der emotionalen Entwicklung und auch über die in diesen Bereichen auftretenden Störungsbilder. Teil der Ausbildung sind auch neurobiologische Grundlagen, insbesondere für den Schriftspracherwerb, die Bedeutung der Sinneswahrnehmungen und der Relevanz des Aufmerksamkeitsbereiches für den intakten Schreib-, Lese- und Rechenprozess sowie lernpsychologisches/lerntheoretisches Wissen.


Zertifizierte Legasthenietrainer haben auch Kenntnisse über die notwendigen fachlichen pädagogisch-didaktischen Zusammenhänge auf dem Gebiet des Legasthenie- und LRS-Trainings, um den individuellen Anforderungen, die Betroffene stellen, gerecht zu werden.


Sie sind jedoch nicht nur theoretisch in den genannten Bereichen ausgebildet, sondern verfügen - auch durch den intensiven Praxisteil ihrer Ausbildung - über Kenntnisse für die praktische Arbeit und arbeiten mit den Betroffenen in einer systematischen Vorgehensweise mittels wissenschaftlich fundierter Methoden.


Sie sind dazu berechtigt, das pädagogische AFS-Testverfahren zur Feststellung einer eventuell vorliegenden Legasthenie/LRS durchzuführen. Durch dieses Testverfahren wird die individuelle Legasthenie/LRS eines Kindes festgestellt und kategorisiert. Durch testtheoretische Grundkenntnisse – Diagnostik der Intelligenz, Diagnostik der Lese- und Rechtschreibfertigkeiten, Diagnostik von Wahrnehmungsstörungen, Diagnostik von Sprech- und Sprachstörungen, Diagnostik von motorischen Störungen, psychopathologische oder neurologische Gutachten – ist es zertifizierten Legasthenietrainern auch möglich, anderweitig erstellte Diagnosen bei ihrer Arbeit zu berücksichtigen. Wird ein betroffenes Kind auch in psychologischer oder medizinischer Hinsicht auffällig, so wird der zertifizierte Legasthenietrainer Hilfe durch Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Jugend- und Kinderpsychiater, Logopäden, Kinderpsychologen, Kinderärzte etc. anstreben, damit ein umfassender Erfolg erzielt werden kann.


Nach der Durchführung eines pädagogischen Testverfahrens durch den zertifizierten Legasthenietrainer wird ein individueller, auf das Kind abgestimmter Trainingsplan erstellt. Eine ständige Kontrolle der Fortschritte erfolgt durch den zertifizierten Legasthenietrainer. Bei einem Legasthenietraining ist es von großem Vorteil, wenn auch die Eltern und die Klassenlehrer in den Prozess mit einbezogen werden. Wobei der Klassenlehrer allgemeine Hilfestellungen im Unterricht geben soll, die Eltern aber als zusätzliche Trainingspersonen gefordert sind. Dabei ist es von Vorteil, dass der zertifizierte Legasthenietrainer auch über ein umfassendes Wissen der gesetzlichen Möglichkeiten in der Schule verfügt und über die Bedingungen für eine öffentliche finanzielle Unterstützung informiert ist.


Wie sich der Trainingsverlauf gestaltet, ist von Fall zu Fall verschieden. Wichtig ist es aber, dass Eltern eines legasthenen Kindes genau über die Problematik informiert sind, um das Kind und seine Eigenheiten besser verstehen zu können und um damit unnötigen Konflikten aus dem Weg zu gehen. Auch diese Aufklärungsarbeit wird vom zertifizierten Legasthenietrainer durchgeführt.


Eltern, welche einen zertifizierten Legasthenietrainer des EÖDL für ihr Kind in der Schule vorfinden, oder im außerschulischen Bereich engagieren, haben die Garantie, dass das Kind eine qualitativ hochwertige Förderung erhält. Vor Beginn des Trainings sollten die Eltern vom zertifizierten Legasthenietrainer genau über dessen Qualifikation aufgeklärt werden. Es gibt immer wieder Personen, die sich auch als Legasthenietrainer bezeichnen, welche nicht die Ausbildung beim EÖDL/KLL/FCI gemacht haben. Über die Qualität deren Arbeit kann dann verständlicher Weise keine Aussage getroffen werden.

Der Arbeitsbereich zertifizierter Legasthenietrainer lässt sich in drei Gebiete einteilen:

1) Training von Vorschulkindern in der phonologischen Bewusstheit und den Sinneswahrnehmungsgebieten


2) Training von Schulkindern mit einer Legasthenie, einer LRS oder Dyskalkulie


3) Training von Erwachsenen mit einer Legasthenie, einer LRS oder Dyskalkulie


Ad 1)

Zum Thema phonologische Bewusstheit sei auf die Artikel zu diesem Begriff und zum Schriftspracherwerb verwiesen.

 

Der enormen Relevanz eines Sinneswahrnehmungstrainings von Kindern bis zum sechsten Lebensjahr wird noch immer viel zu wenig Bedeutung beigemessen. Gerade in dieser Zeit ist es relativ einfach, Kinder, die Schwierigkeiten in dem einen oder anderen Wahrnehmungsgebiet haben, mit großem Erfolg zu fördern. Leider werden aber Defizite vielfach weder ernstgenommen noch erkannt. Dies mag auch an der Tatsache liegen, dass in der Vorschulzeit die Leistungen, welche die Kinder erbringen, nicht gemessen werden. So gehen Eltern manchmal über effektive Hinweise hinweg und empfinden Defizite einfach nur als „herzig“.


Doch zeigt sich immer verstärkter ein wachsendes Verständnis für einen Förderbedarf. Dies hängt mit der immer besser werdenden Information bzw. Aufklärung der Eltern und Vorschulpädagogen zusammen.


Immer mehr tritt deshalb dieses Arbeitsgebiet des zertifizierten Legasthenietrainers in den Vordergrund. Zahlreiche Kindergartenpädagogen wurden schon zum zertifizierten Legasthenietrainer ausgebildet und setzen ihr Wissen mit viel Erfolg in ihrer praktischen Arbeit ein.


Es ist zwar nicht möglich eine Legasthenie im Vorschulalter zu diagnostizieren, da der Beurteilungsbereich der Symptomatik noch nicht vorhanden ist, doch ist es durch einfache Testverfahren möglich, bei Vorschulkindern Defizite in den Sinneswahrnehmungsgebieten der Optik, Akustik oder der Raumorientierung festzustellen. Diese Sinneswahrnehmungsgebiete sind dafür verantwortlich, dass das Erlernen des Schreibens, des Lesens und des Rechnens ohne Schwierigkeiten vonstatten geht.


Es ist zwar nicht gesagt, dass ein Kind, welches im Vorschulalter Schwierigkeiten in den Sinneswahrnehmungsgebieten hat, auch ein legasthenes Kind ist, doch hat sich gezeigt, dass, sollten sich nach Schuleintritt Ansätze einer Legasthenie zeigen, eine frühzeitige Förderung sehr unterstützend für die weitere Entwicklung des Kindes ist.

 

Ad 2)

Der Bereich, in dem der zertifizierte Legasthenietrainer am häufigsten wirkt, ist der Bereich der Schule oder der außerschulische Bereich. Kinder aller Schulstufen können vom zertifizierten Legasthenietrainer speziell auf pädagogisch-didaktischem Gebiet gefördert werden.


Die Förderung kommt sowohl Kindern mit einer Legasthenie, einer Lese- Rechtschreibschwäche oder auch einer Dyskalkulie zugute. Gerade die Art der Förderung muss bei Kindern mit einer Legasthenie oder einer LRS eine andere sein, weshalb hier sehr genau differenziert werden sollte. Bei Kindern mit einer LRS werden durch verstärkte Arbeit im Symptombereich, d.h. durch viel schreiben und lesen üben, sehr gute Erfolge erzielt. Beim legasthenen Kind wird man, setzt man diese Maßnahme alleine, scheitern. Das legasthene Kind benötigt, damit Verbesserungen eintreten, zusätzlich zum Symptomtraining, Hilfe im Bereich der Sinneswahrnehmungen, die seine individuelle Legasthenie ausmachen und auch ein gezieltes Training der Aufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen und/oder Rechnen.  Die Aufmerksamkeit und die Sinneswahrnehmungen sind zu trainieren, damit die Symptomatik verbessert werden kann. Werden diese Bereiche mit viel Ausdauer und Geduld trainiert, so sind enorme Erfolge zu erzielen. Sollten jedoch Sekundärproblematiken hinzutreten, sind Heilberufe wie z.B. Psychologen,  Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, Kinderärzte usw. hinzuzuziehen.


Vielfach ist der zertifizierte Legasthenietrainer auch ein Partner, der eine absolute Vertrauensbasis zum Kind aufbaut und durch ausführliche erklärende Gespräche beim Kind Verständnis für seine besondere Situation hervorrufen kann. Dieser Umstand ist eine sehr wichtige Säule in der Arbeit und sollte nicht unterschätzt werden. Oftmals ist es der zertifizierte  Legasthenietrainer, der dem Kind erst das Verständnis dafür bringt, dass man das Schreiben, Lesen und Rechnen in unserer Gesellschaft nicht umgehen kann und deshalb unbedingt erlernen muss.

 

Ad 3)

Die Arbeit mit Erwachsenen ist ein zwar schwieriger, doch zumeist auch ein sehr erbaulicher Arbeitsbereich des zertifizierten Legasthenietrainers. Wie man das Problem als Erwachsener anpackt, ist entscheidend!


Ein legasthener Mensch bleibt sein Leben lang ein legasthener Mensch. Die Legasthenie kann man nur durch gezielte Hilfe überwinden, ganz verschwinden wird sie nie. Es gibt viel mehr legasthene Menschen, die bestens gelernt haben, mit ihrer Legasthenie umzugehen. Es gibt aber auch viele Menschen, die erst sehr spät erfahren, was wirklich ihr Problem ist. Die gesamte Schulzeit haben sie mit viel Krampf zugebracht. Ständig mit einem schlechten Gefühl, wenn sie schreiben oder lesen mussten. Weil ja in unserer Gesellschaft das Vorurteil noch immer existiert, dass ein Mensch als intelligent gilt, der das Lesen, Schreiben und Rechnen gut beherrscht, hatten sie ständig im Hinterkopf, doch ein wenig “dümmer” zu sein als die Mitmenschen. All das ist natürlich eine sehr schlimme Belastung für die Betroffenen.

 

Oftmals sind sie durch diese Irrtümer zu keiner besonderen Ausbildung gekommen. Viele sind auch für ihr Leben psychisch gekennzeichnet, haben Minderwertigkeitskomplexe und noch vieles andere mehr. Es gibt auch internationale Studien, die besagen, dass im Durchschnitt wesentlich mehr legasthene Menschen straffällig werden als nichtlegasthene. Warum dies passiert, liegt doch klar auf der Hand. Die Frustration trägt oft die seltsamsten Blüten. Die Frage, ob man einem erwachsenen legasthenen Menschen noch helfen kann, das Schreiben, Lesen oder Rechnen besser zu beherrschen, wird nun sehr oft gestellt. Diese Frage ist ganz klar mit “ja” zu beantworten. Unzählige Beispiele dafür sind bekannt. Natürlich gibt es aber Voraussetzungen, die unbedingt erfüllt werden müssen, damit sich schließlich auch ein Erfolg einstellt.


Der erste Schritt ist die bedingungslose Bereitschaft des Betroffenen, unendlich viel Mühe auf sich zu nehmen, um Verbesserungen herbeizuführen.
Der zweite Schritt enthält das Bewusst machen, dass sich eine Verbesserung nur mit viel Fleiß und viel Geduld erreichen lässt.


Den dritten Schritt sollte man erst tun, wenn die zwei vorhergehenden erfüllt wurden.
Ein Spezialist sollte ein spezielles individuelles Trainingsprogramm für den Betroffenen entwickeln. In diesem sollte besonders auf das Bewusstmachen Wert gelegt werden, dass auch der erwachsene Legastheniker eine ständige Aufmerksamkeit, wenn er liest und schreibt, behalten muss. Damit kann schon eine große Anzahl von Fehlern reduziert werden. Des Weiteren ist ein spezielles Erarbeiten der Symptomatik, also der Problembereiche, in denen die Fehlererscheinungen besonders hoch sind, notwendig. Ein Training der Sinneswahrnehmungen ist in Erwachsenenalter für die Verbesserung im Schreib- und Lesebereich nicht mehr erfolgreich. Es hat sich gezeigt, dass sich bei vielen Erwachsenen diese Bereiche besonders in der Groß- und Kleinschreibung, der Wortdurchgliederung, etc. befinden. Auch die Probleme beim Lesen können durch ein gezieltes Training reduziert werden. Viele legasthene Menschen haben schon Freude am Lesen entwickelt, die niemand, am wenigsten sie selbst, für möglich gehalten hätte. Der Spezialist wird dem Betroffenen hier Wege zeigen, wie es leichter geht! Gerade der Computer kann hier auch eine große Hilfe sein.

 

Der Text wurde - leicht verändert - der Seite www.legasthenietrainer.at entnommen.



Legasthenietrainer Saarland: LRS-Training, auch bei Analphabetismus. Förderstunden/Förderunterricht/spezialisierte Nachhilfe/private Förderschule, oft unterstützt durch Logopäden / Ergotherapeuten Legasthenietrainer