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Störungen des Sozialverhaltens

Störungen des Sozialverhaltens, Schwererziehbarkeit, Verhaltensstörung, im Kinder- und Jugendalter Störungen des Sozialverhaltens

Störungen des Sozialverhaltens (auch Schwererziehbarkeit oder Verhaltensstörung genannt) sind die zweithäufigste Diagnose unter den Störungen im Kindes- und Jugendalter. Betroffen sind ca. 1-2 % aller Grundschüler und ca. 6 % der 10-12-jährigen. Jungen sind von einer Störung des Sozialverhaltens etwa dreimal so häufig betroffen wie Mädchen.

 

Ursachen

 

Schwierige Familienverhältnisse sind ein häufiger Auslöser für eine Störung des Sozialverhaltens. Armut, Randgruppenzugehörigkeit, aber auch Gewalt, Substanzmittelmissbrauch, psychische Erkrankungen in der Familie oder sexueller Missbrauch können auslösende Faktoren sein; ein Mangel an elterlicher Wärme tut ein Übriges.

 

Zwillingsstudien zeigen, dass in schweren Fällen auch genetische Faktoren eine – insgesamt aber eher untergeordnete – Rolle spielen können; ebenso sind in seltenen Fällen hirnorganische Störungen an der Entstehung beteiligt.

 

Symptome

 

Das von einer Störung des Sozialverhaltens betroffene Kind fängt oft Streit an, tyrannisiert andere, ist ungehorsam, verhält sich grausam gegenüber Menschen oder Tieren oder zeigt eine erhebliche Zerstörungswut gegen Sachen. Weitere Auffälligkeiten sind Lügen, Stehlen mit Gewaltanwendung oder sogar Feuerlegen.

 

Als weitere Merkmale sind Weglaufen von zu Hause, Schuleschwänzen oder schwere und heftige Wutausbrüche zu nennen.

 

Verlauf

 

Man geht in Schätzungen davon aus, dass von den im Kindes- und Jugendalter Betroffenen bis zu 50 % als Erwachsene unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung leiden.

 

Diagnostik

 

Für die Stellung einer Diagnose reichen einzelne Episoden dissozialer oder krimineller Handlungen nicht aus. Das Verhaltensmuster soll mindestens 6 Monate anhalten. In der Diagnosestellung muss auch eine Abgrenzung gegen Schizophrenien, Manien, autistische Störungen und ADHS getroffen werden.

 

Therapie

 

Oftmals sind Maßnahmen der Jugendhilfe notwendig, in Extremfällen kann das Kind auch außerhalb der Familie untergebracht werden.

 

Den Eltern wird in einem Elterntraining beigebracht, dass sie (ähnlich wie bei AD(H)S) eindeutig kommunizieren und klare, aber liebevolle Grenzen setzen müssen. Eventuell müssen sich auch die Eltern bei eigenem Alkohol- oder Drogenmissbrauch einer Therapie unterziehen.

 

Verhaltenstherapeutisch sind bei dem betroffenen Kind Trainings zur Kontrolle seiner Aggression, der Kommunikation sowie ein Entspannungstraining angezeigt. Eine medikamentöse Unterstützung kann dabei in manchen Fällen hilfreich sein.

 

Oft wirkt es sich auch positiv aus, das Kind von ungünstigen Bezugsgruppen („Gang“, „Clique“) zu trennen und neue Bezugssysteme aufzubauen, es in seiner schulischen und beruflichen Entwicklung zu unterstützen und schulische Defizite aufzuarbeiten.

 

Hinweis: Die Informationen dieser Seiten oder ein Besuch in der Lernpraxis ersetzen nicht den Gang zum Heilpraktiker oder Arzt.