Legasthenie - Leseschwäche - Rechtschreibschwäche?
Freuen Sie sich über Ihr Kind - denn es zeigt seine persönliche Bestleistung!
Dennoch: Wenn Sie bis hierhin zu mir gefunden haben, hat Ihr Kind wahrscheinlich Schwierigkeiten beim Lesen lernen oder bei der Rechtschreibung.
- Schreibt Ihr Kind ungewöhnlich viele Wörter falsch?
- Vertauscht Ihr Kind Buchstaben (statt „fragt”: „fargt”)?
- Verwechselt es ähnlich klingende Buchstaben (b-p / d-t / g-k)?
- Errät Ihr Kind viele Wörter?
- Hört Ihr Kind in den Wörtern die Einzellaute nicht?
- Hat Ihr Kind Konzentrationsschwierigkeiten?
- Hat Ihr Kind eine extreme Lese- und/oder Schreibunlust?
Wenn Sie bei Ihrem Kind mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten müssen, besteht der Verdacht auf eine Legasthenie oder Lese-Rechtschreibschwäche (LRS).
Vielleicht kann ich Ihrem Kind und Ihnen helfen!
Was ist der Unterschied zwischen Legasthenie und LRS?
Der Unterschied liegt in den Ursachen: Legasthenie ist vor allem genbedingt. Sie wird oft vererbt und ist als Anlage vorhanden. Die LRS wird erworben, durch psychische Ursachen und physische, durch das familiäre Umfeld, durch die Unterrichtsmethoden, durch Lerndefizite, Minderbegabung etc.
Es gibt auch Probleme, die oft durch Schwierigkeiten während der Schwangerschaft, des Geburtsvorganges oder in den ersten Monaten des Säuglings entstehen und eine Legasthenie oder
LRS auslösen können.
Bei Kindern mit Legasthenie, die nur im Lese- und Schreibbereich (und Kinder mit Dyskalkulie nur bei Rechenaufgaben) schlechte Leistungen zeigen, in anderen Fächern aber nicht, spricht man bei dieser Lernschwäche von einer Teilleistungsstörung.
Wissenschaftlich belegt ist inzwischen ein genetischer Zusammenhang, der die Chromosomen 5 und 16 betrifft.
Es handelt sich also bei der Legasthenie um ein Problem normal-, oft hochbegabter Kinder, die trotz normalen Schulbesuchs nicht die für ihre Altersgruppe erwartbaren Lese- und
Schreibfähigkeiten erwerben.
Das macht sie zu einer Randgruppe, weil in unserem Kulturkreis von einer mangelnden Rechtschreibfähigkeit fälschlich auf mangelnde Intelligenz geschlossen wird. Die betroffenen Kinder sind sich ihrer Defizite sehr häufig bewusst. Um zu verhindern, dass ihre Schwächen entdeckt werden, setzen sie oft Vermeidungsstrategien in Gang, was zu Verhaltensstörungen sozialer und emotionaler Art führen kann.
Anzeichen für Legasthenie/LRS bei Kindern unter oder mit 9 Jahren:
- Große Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Schreibens
- Ständiges und fortlaufendes Vertauschen von Zahlen
und Buchstaben, z.B. 15 für 51; b für d - Problem beim Unterscheiden von rechts und links
- Schwierigkeiten beim Behalten des Alphabets, beim Multiplizieren
von Tabellen und im Erinnern von Reihenfolgen wie z.B. der Tage der Woche,
der Monate des Jahres und der Jahreszeiten - Fortlaufende Schwierigkeiten beim Binden von Schuhbändern, Ball fangen, Seilspringen usw.
- Unaufmerksamkeit
- Frustration, die zu Verhaltensproblemen führen kann
Anzeichen für Legasthenie bei Kindern von 9 – 12 Jahren:
- Fortlaufende Fehler beim Lesen, Fehlen des Leseverständnisses
- Sonderbare Aussprache, Buchstaben werden z.B. ausgelassen oder in der falschen Reihenfolge ausgesprochen
- Für Schreibarbeiten wird eine überdurchschnittlich lange Zeit benötigt
- Desorganisation zu Hause und in der Schule
- Probleme beim genauen Abschreiben von der Tafel oder dem Lehrbuch
- Probleme beim Niederschreiben (Aufschreiben) von mündlichen Anweisungen
- Wachsender Mangel an Selbstvertrauen und wachsende Frustration
Anzeichen für Legasthenie bei Schülern mit 12 Jahren und älter:
- Neigung, falsch (ungenau) oder nicht zusammenhängend zu lesen
- Inkonsequentes Buchstabieren
- Probleme beim Planen (Entwerfen) und Schreiben von Aufsätzen
- Neigung, mündliche Anweisungen und Telefonnummern durcheinander zu bringen
- Ernsthafte Problem mit fremden Sprachen
- Geringes Selbstvertrauen


